Aufgaben und Ziele des Moormuseums Moordorf
Enno Schmidt, ehemaliger Leiter der Kreisvolkshochschule in Aurich und Begleiter des Projekts Moormuseum von der ersten Stunde an, prägte in seiner Ansprache anlässlich der Einweihungsfeier den entscheiden Satz:
"Das Moormuseum Moordorf ist ein Museum der Armut!"
Hiermit wird der Kern der musealen Darstellung treffend beschrieben: In Moordorf geht es nicht um die Ausstellung von Kostbarkeiten oder Kunstgegenständen. Es geht einzig und allein um die Darstellung der sozialen Entwicklung eines Teiles der ostfriesischen Bevölkerung. Kein anderes regionales Museum hatte es sich bislang zur Aufgabe gemacht, auf die miserable Siedlungspolitik Ende des 18. Jahrhunderts in den ostfriesischen Moorgebieten hinzuweisen. Nirgendwo anders wird deutlich gemacht, wie sich der Mensch durchsetzte und sich trotz der unsäglichen Schwierigkeiten bei der Kultivierung des Landes – nach vielen Jahrzehnten Kampf gegen Hunger und Tod – ein blühendes Dorf schuf. Somit ist denn auch der Freilichtbereich des Moormuseums Moordorf der wesentliche Teil der Gesamtanlage. Hier findet man eine Reihe der verschiedenen primitiven Wohnanlagen wie Plaggen-, Soden- und Lehmhütten, ein Kolonistenhaus sowie ein Landarbeiterhaus. Alle zusammen verdeutlichen sehr eindrucksvoll die soziale Situation der Bevölkerung Moordorfs anhand der Entwicklung der Wohnverhältnisse.
Auf einem Rundweg erfährt der Besucher etwas über die
- sozialen Verhältnisse im früheren Moordorf
- Entstehung des Hochmoores
- Torfgewinnung
- und den Buchweizenanbau (Hauptnahrungspflanze der Kolonisten)
Arbeitsweisen und Erfolge
Das Moormuseum Moordorf ist nach wie vor in der Trägerschaft des Vereins „Moormuseum Moordorf e. V.“. Es ist offiziell als förderungswürdig von der „Ostfriesischen Landschaft“ in Aurich anerkannt worden. Das Moormuseum gehört zum „Ostfriesischen Museumsverbund“ und wirkt mit im „Arbeitskreis ostfriesischer Museen“. Darüber hinaus stellte der Museumsverein in den Jahren 1988 – 1992 zwei wissenschaftliche Mitarbeiter ein, die mit speziellen Forschungen über Moordorf beauftragt wurden. Andreas Wojak beschäftigte sich mit der Entwicklung des Dorfes in der Zeit von 1918 – 1950. Dieses Werk wurde als Dissertation von der Universität Oldenburg angenommen. Sein Titel lautet: „Moordorf – Dichtungen und Wahrheiten über ein ungewöhnliches Dorf in Ostfriesland“. Theo Meyer arbeitete an der Frühgeschichte Moordorfs von 1767 – 1812. Auch dieses erschien als Buch. Handwerkliche Arbeiten, wie z. B. die Reparatur einer Hütte, werden grundsätzlich während der Öffnungszeiten durchgeführt. Besucher sollen möglichst oft Gelegenheit haben, einen kompetenten Ansprechpartner vorzufinden.Museum in der Entwicklung
Die Projekte Schafe auf dem Hochmoor, Bohlenweg, Aussichtsplattform und das Moorbiotop sind in Zusammenarbeit mit dem NABU (Naturschutzbund) Ostfriesland 2004/2005 zum größten Teil realisiert worden.Folgende Projekte stehen an:
- Umgestaltung der Ausstellung für mehr Informationen und bessere Präsentation der Objekte
- Restaurierung/Neubau einzelner Hütten
- Bau einer Schusterwerkstatt
- Bau eines historischen Schafstalles
- Gestaltung eines ostfriesischen Bauerngartens
